Weinprobe auf dem Gut Casanova di Ama

Freitag, 13. Mai 2016

Urlaubshöhepunkt – Weinprobe auf dem Gut Casanova di Ama

Geschrieben von Kiri (13/05/2016)

Eines meiner Lieblingserlebnisse während unserer Reise in die Toskana vor nicht langer Zeit war eine Weinprobe, ein fantastisches Erlebnis, das mir immer in Erinnerung bleiben wird und über das ich hier berichten möchten. Wenn Sie für dieses Jahr einen Urlaub in der Toskana planen, dass sollten Sie die Gelegenheit für eine Weinprobe in einer Gegend, die weltberühmte Weine produziert, nicht verpassen.

Wir wohnten in  diesem wundervollen Ferienhaus in Lecchi in Chianti. Das Gut  Casanova di Ama, wo die Weinprobe stattfand, war glücklicherweise zu Fuß erreichbar. Ich würde auf keinen Fall empfehlen, nach der Weinprobe mit dem Auto zu fahren, besonders deshalb, weil Sie bei den „Proben“ erheblich mehr eingeschenkt bekommen, als dies bei herkömmlichen Weinproben der Fall ist.

Casanova di Ama ist ein kleiner Bauernhof, auf dem mehrere Generationen einer Familie leben und arbeiten.  Es ist ein echter toskanischer Bauernhof mit 15 Hektar Land, von denen 5 für den Weinbau genutzt werden. Zum Anwesen gehören zudem mehr als 2000 Olivenbäume und es scheint, dass das hier erzeugte Öl für die Familie genauso wichtig wie der Wein ist. Daniela war eine perfekte Gastgeberin; sie war äußerst entgegenkommend und beantwortete alle meine Fragen mit Begeisterung.

Daniela erklärte, dass der Boden hier trocken, hart, steinig und heller ist, weshalb er sich ideal für die Wein- und Olivenproduktion, jedoch für nicht viel mehr, eignet. Der Boden in der Nähe von Siena ist anders – viel weicher und braun.

Sie erwähnte auch, dass es in dieser Gegend (Chianti-Gebiet) schwieriger ist, ein wirklich gutes Olivenöl zu finden und dass sie auf das Öl aus der eigenen Produktion sehr stolz ist. Hier wird Granit zum Pressen verwendet und das Öl wird daher durch den Granit gepresst, anstatt gefiltert zu werden. Die Oliven werden nicht vom Baum geschüttelt, sondern von Hand gepflückt, weil hierdurch der Geschmack bewahrt wird und es außerdem eine alte Tradition hier ist. 

Wir hatten erwartet, dass wir während der Probe einige leichte Häppchen bekommen würden, aber Daniela hatte ein wahres Festmahl für uns vorbereitet. Während der Probe servierte sie allerlei schmackhafte Bissen, die alle sorgfältig passend zu den Weinen ausgewählt worden waren.

Wir aßen Pecorino-Käse, toskanischen Schinken, eine Käse-Schinken-Tart, Bruschetta, Mozzarella aus Süditalien, einen Gemüse-Hummus-Dip, warme Hühnerleber-und- Kalbsmilzpastete, Brot, Oliven, Käsetoast mit Honig und Balsamessig und zum Schluss noch Cantuccini-Kekse. Sie können sich vorstellen, dass wir am Ende ganz gestopft waren.

Wir probierten einen Weißwein, fünf Rotweine, einen Dessertwein und einen Weinbrand.  

1. Weißwein
Dies war ein einfacher Tafelwein aus zwei einheimischen Rebsorten. Daniela erklärte, dass sie im Vergleich zum Rotwein nur wenige Flaschen Weißwein erzeugen (20% ihrer Trauben sind Chardonnay). Ich persönlich ziehe eher Rotwein vor und trinke sehr selten Weißwein. Ich mochte jedoch diesen frischen, spritzigen Weißen und er passte perfekt zu der von ihr servierten Vorspeise. 


2. Comena (2012) - rot
In Brolio produzierte ein reicher Edelmann als erster aus vier Traubensorten – zwei rote und zwei weiße - den Wein, den wir heute als Chianti Classico bezeichnen. Bis 2006, als die Vorschriften geändert wurden, wurde der Wein mit roten und weißen Trauben erzeugt.  

Das Rezept wurde 2006 auf nur rote Trauben umgestellt.  Nachdem Danielas Familie auf dem Gut den Wein aus sowohl roten und weißen Trauben erzeugt hatte, fragte sie sich, warum ein so beliebter Wein geändert werden sollte. Es dauerte eine Weile, bis sie sich überzeugen ließ, aber sie weiß heute, dass der nur aus roten Trauben erzeugte Wein vollmundiger ist und eine bessre Konsistenz und Farbe aufweist und zudem von besserer Qualität ist.

Nach einige Jahren des Widerstands änderte sich die Einstellung und die Leute lagerten den Wein länger, da er besser schmeckt, je länger er gelagert wird. Daniela informierte uns hierüber, bevor wir die ersten beiden Weine probierten.

Der erste war ein Wein im alten Stil namens Comena (was, wie sie erklärte ‚wie es war‘ bedeutet), der zwei weiße und zwei rote Traubensorten enthält. Dieser Wein ist viel leichter als der im neueren Stil und man kann definitiv die weißen Trauben etwas herausschmecken. Daniela erwähnte, dass er immer noch ihr Lieblingswein ist. Ich selbst zog die neuere Version (siehe unten) vor, die nur aus roten Trauben hergestellt wird.

2. Chianti Classico Casanova di Ama (2014) - rot
Dies ist die neuere Version, die, wie bereits erwähnt, kräftiger und vollmundiger ist und besserer Konsistenz und Farbe aufweist. Sie wird nur mit roten Trauben hergestellt.  Daniela sagte, dass dieser Wein zwar von hervorragender Qualität ist, sie jedoch noch bessere Weine für uns hätte, die länger gereift wurden.

Sie sagte, dass die zur Herstellung dieses Weins verwendete Sangiovese-Rebsorte zunächst sehr stark schmeckt und man erst nach langer Zeit einen weicheren Geschmack erzielen kann. Mit Merlot kann man z.B. schon früher einen weicheren Geschmack erzielen, was jedoch auf die Sangiovese nicht zutrifft.


3. Chianti Classico (2012) - rot
Dies war mein persönlicher Lieblingswein von allen, die Daniele servierte (obwohl der Riserva nicht weit dahinter lag). Daniela servierte jeden Wein in einem größeren Glas und erklärte, dass je größer das Glas ist, desto besser ist der Wein. Für ältere Weine ist ein größeres Glas erforderlich, damit der Wein atmen und mehr Sauerstoff aufnehmen kann.  Dieser Wein ähnelte dem von 2014, hatte jedoch einen distinktiveren Geschmack.

4. Chianti Classico Riserva - rot
Für den Riserva werden die Trauben sorgfältiger ausgewählt, da er ein Wein von höherer Qualität ist. Dies erklärt, warum er etwas mehr als die anderen Rotweine aus dieser Region kostet.  Sie ändern den Geschmack, indem ein kleineres 500-Liter-Fass verwendet und der Wein mindestens 18 Monate lang (je länger, desto besser) gelagert wird. Im Vergleich hierzu wir der normale Nicht-Riserva Chianti Classico nur für 9-12 Monate im Fass gelagert.

5. Merlot (2010) - rot
Zu Hause in Großbritannien ist Merlot mein derzeitiger Lieblingswein, obwohl ich meinen Geschmackshorizont definitiv erweitern sollte. Ich liebe Merlot, weil er weich und samtig ist und für mich weniger herb und säurebetont als die meisten anderen Rotweine schmeckt. Man kann mehr oder weniger nicht fehlgehen.

Der Merlot auf Casanova di Ama wird zu 50% aus Sangiovese- und 50% aus Merlot-Trauben hergestellt. Er hat ein völlig anderes Bukett, Konsistenz und Farbe, eher dunkelviolett-rot. Im Vergleich zum Chianti Classico erzeugt das Weingut nicht so viel Merlot. 60% des Weinguts ist der Sangiovese-Traube gewidmet und der Rest setzt sich aus Merlot, Cabernet und Chardonnay zusammen.

Es stellt sich heraus, dass Danielas Mann und ihr Schwager keinen Merlot produzieren wollten, aber es ihrem Sohn gelang, die Familie davon zu überzeugen, es zu versuchen. Es ist ein guter Wein für die Weinprobe, da er wirklich einen guten Kontrast zu den Chianti-Weinen bildet. Ich liebe Merlot, aber ich wurde konvertiert – ich mochte den Chianti Classico lieber. Obwohl der Merlot sehr gut schmeckte, konnte ich erkennen, dass er nicht so fruchtig war.


6. Vin Santo - Dessertwein
Wir hatten zudem das Vergnügen, den Dessertwein zu probieren, dem, obwohl er sehr süß ist, kein Zucker hinzugefügt wird. Für diesen Wein werden zwei weiße Rebsorten und sehr wenig rote Trauben verwendet. Die Trauben werden gepflückt und dann lange (3 Monate) aufgehängt, weil sie sehr trocken sein sollen.   

Für eine kleine Menge an Vin Santo ist eine große Menge an Trauben erforderlich. So werden für normalen Wein gewöhnlich 100 Kilogramm für 750 Liter Wein benötigt, aber für Vin Santo liefern 100 Kilogramm nur 250 Liter Wein. Dieser Dessertwein passt ideal zu Kuchen und Eiscreme oder eignet sich als Getränk nach dem Essen.  Daniela servierte diesen Wein zu süßen Keksen und Schokoladengebäck.  

7. Grappa - Branntwein
Obwohl wir uns inzwischen leicht beschwipst fühlten, wollten wir auf jeden Fall auch den Grappa probieren – ein starker Branntwein (40%), der nach dem Kaffee serviert wird.

Wenn Sie während Ihres Aufenthalts in der Toskana an einer Weinprobe interessiert sind, klicken Sie hier. 

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